Es ist das immer gleiche Muster: Bringt der Kapitalismus soziale Not, wie zur Zeit wieder, so wird mit Antisemitismus abgelenkt. Die PDS, die in Berlin massenhafte Sozialkürzungen durch Mitregieren ermöglicht und mitverantwortet, hat kein Interesse an einem 1. Mai, bei dem ihre Sozialabbau-Politik bekämpft wird. Die PDS lenkt um gegen Israel. In einer Presseerklärung vom April fordert sie die "unverzügliche Einstellung" der israelischen Gegenwehr gegen die Vernichtung der Juden durch die Intifada-Terroristen.
Während die PDS in Bundestagsanträgen zwar noch den Antisemitismus verurteilt, sprach ihr außenpolitischer Sprecher Wolfgang Gehrke am 13. April auf dem Alexanderplatz schon vor Hunderten wehender Hisbollah-Fahnen und Kindern mit Sprenggürtel-Attrappen, die die Ermordung von Juden durch Kamikaze-Attentate und Sprengfallen verherrlichten, seine Solidarität mit den Zielen der Intifada aus. Für die Armut (diesmal in Palästina) machte er die Juden (diesmal in Israel) verantwortlich. Bezeichnend: er verbreitet diese Rede nicht auf seiner Internetseite. Dazu ist es wohl noch zu früh.
Hätte man Anfang der 30er Jahre aktiv in "die Geschichte" eingegriffen und die Ausbildungslager der SS gezielt zerstört sowie die SA- und SS-Aktivisten gezielt ausgeschaltet, so wie es Israel heute mit den Intifada-Terroristen macht, dann wäre wohl manches anders verlaufen. Durch den antisemitischen Terror der Islamisten sind bisher schon mehr Juden ermordet worden als durch die Nazis bis 1938.
In Kreuzberg wurden vor einigen Jahren in die Bürgersteige vor den Häusern, in denen Juden gelebt hatten, die deportiert und ermordet wurden, Bronzetäfelchen eingelassen, um an die früheren Bewohner zu erinnern. Ähnliche Gedenktafeln gibt es heute auch in Israel an den Stellen, wo Intifada-Terroristen in den letzten Monaten Juden in die Luft sprengten. Wir haben auf der Rückseite dieses Flugblattes das ausgelöschte jüdische Leben in der Kreuzberger Oranienstraße dokumentiert. Die Großeltern des deutschen Teils der heutigen vereinten Antisemiten haben ganze Arbeit geleistet!
Den Kreuzberger Linken stünde es gut an, in Solidarität mit den Terroropfern in Israel am 1. Mai Mahnwachen vor den früheren Wohnhäusern der Opfer des Terrors ihrer Großeltern abzuhalten: Gedenken an die Ermordeten damals und heute und Protest gegen den heutigen erneuten Mißbrauch des 1. Mai. (Wahrscheinlich würden sie jedoch von den vereinten Antisemiten aus "revolutionären 1. Mai-Demonstrationen" zusammengeschlagen, wie schon im April 2002 in Berlin Besucher einer Israel-Solidariätsveranstaltung unter den Rufen "Juden raus!" tätlich angegriffen und verletzt wurden und die Gegendemo gegen die Intifada-Terroristen und ihre deutschen Helfer am 13. April wegen deren Angriffen vorzeitig beendet werden mußte.) Doch lieber duldet die Kreuzberger "Linke" die Fahnen der Hisbollah und Hamas als einen Davidstern. Lieber geht sie mit nationalistischen, patriarchal-sexistischen, islamisch-faschistischen Organisationen auf die Demo -- oder nimmt, einem aktuellen Aufruf "Samiras" folgend (dem Anti-Josef-Fischer-Farbbeutel-Werfer), lieber gar keine Stellung mehr, wie damals schon die meisten Eurer Großeltern.
Eine unvollständige Liste des jüdischen Lebens in der Berlin-Kreuzberger Oranienstraße bis 1945, um zu zeigen, was Antisemitismus konkret bedeutet. Die Liste zeigt das ehemals rege jüdische Leben der Straße und des ganzen Kiezes, in dem sich überwiegend ärmere Zuwanderer aus Osteuropa ansiedelten.
Vor einigen Häusern sind in das Pflaster des Gehwegs Bronzetäfelchen eingelassen, die an deportierte (und ermordete) jüdische Mitbürgerinnen und Mitbürger erinnern, die hier gewohnt haben.
Berliner Geschichtswerkstatt e.
V.: Juden in Kreuzberg. Fundstücke, Fragmente, Erinnerungen.
Katalog zur Ausstellung 1991 im
Kreuzberg-Museum
Kunstamt Kreuzberg: Kreuzberger
Antifaschistisches Gedenktafelprogramm 1985 bis 1990
VVN Westberlin: Antifaschistischer
Stadtplan Kreuzberg (mit vielen Hinweisen auf Orte des
Widerstands und des Nazi-Terrors
im Stadtbezirk)
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