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Nachmaliger Händedruck auf dem Obersalzberg, 2005:
Wellness, deutsch
 
 
Auf tritt die freundliche Weltmacht.
Sie hat ihren Platz an der Sonne gefunden. Küss die Hand, Madamm!
Beauty Hotel und Wellness Oase  "Intercontinental Berchtesgaden"
auf dem Obersalzberg, fünf Sterne, eröffnet 2005
 
"Alle meine großen Pläne sind hier entstanden!"
(Adolf Hitler)
 
"Luxusferien, wo der Führer Entspannung suchte, ein herrliches Panorama,
das auch schon Adolf Hitler genoß."
(stern 25. 2. 2005).
"Die Diskussion um den Standort des Hotels ('Darf ich bei Hitler Urlaub machen?') sollte in eine Empfehlung umgekehrt werden."
(Berliner Morgenpost 28. 8. 2005)
 
"Danach (nach der Rede des bayrischen Finanzministers zur Eröffnung des neuen Hotels; der Freistaat Bayern ist Eigentümer des Grundstücks und des neu gebauten, an den britischen Inter-Conti-Hotelkonzern verpachteten Gebäudes) ist Andreas Nachama dran, der Direktor der Stiftung Topographie des Terrors, den man eigens aus Berlin eingeflogen hat und der von PR-Mann Thomas Wilke versehentlich als Geschäftsführer der 'Topologie' des Terrors vorgestellt wird. Nachama lobt das Projekt. Er sehe keinen Grund, sagt er, den Obersalzberg nicht touristisch zu nutzen, 'nur weil die Herren der tausend Jahre zwölf Jahre, vier Monate und acht Tage hier gehaust haben'." (Hamburger Abendblatt 28. 2. 2005)
 
"Außerdem grüßen viele Mitarbeiter freundlich die Gäste, aber längst noch nicht alle. Und der Bereich Massage muß kompetenter besetzt werden. Außergewöhnlich positiv ist freilich ungleich mehr, das Frühstücksbuffet im Resturant oder auf der Terrasse beispielsweise, mit der spektakulären Glasfront gibt es zu jeder Tageszeit einen grandiosen Blick auf die Bergwelt rund um den Watzmann. ... Die Vinothek inszeniert sich durch einen leuchtenden weinroten Glaskubus, in dem die edlen Rotweine wie Petrus, Mouton Rothschild gelagert sind. Ein herrlicher Rahmen, der Genießer zu stillen Weinproben animiert. ... Kritisch darf man die Frage stellen: Müssen die Duplex-Suiten eigentlich sein? X-mal muß man die steilen Treppen hochklettern, dann läutet es an der Tür, der Gast hastet wieder runter. Empfehlenswert sind dafür vor allem die großzügigen Studios mit offenem Kamin und friedvoller Aussicht."
(Die Welt 20. 8. 2005)
 
"HitlerConti" (The Independent), "The Hitler Shrine" (The Atlantic),
"Unofficially known as the Hitler Hotel" (USA Today),
 
"The Simon Wiesenthal Center issued a protest yesterday to InterContinental Hotels Group over an article in the British-based hotel chain's magazine, which portrayed Adolf Hitler's former mountain retreat as an idyllic vacation resort. The Winter 2005 edition of the hotel chain's magazine Highstyle included an article entitled 'Berchtesgaden: It's not just a peak, it's a treat,' in which the resort was advertised as, among other things, a 'cozy spot for a display of thigh-slapping local dancing' and 'a particularly fine spot for yodeling.'... 'Unfortunately, Berchtesgaden holds a rather more sinister significance,' said Wiesenthal Center director for international liaison Dr. Shimon Samuels, in a letter to InterContinental Hotels Group chairman David Webster. 'It was the seat of evil, where Adolf Hitler, Hermann Goering, Joseph Goebbels and the Nazi leadership took most of the decisions that cost the world 70 million lives.'  ... Samuels noted the irony of the timing of the article, which coincided with commemorations of the 60th anniversary of the liberation of Auschwitz-Birkenau and the other extermination camps. Citing a section in the article urging visitors to 'descend into the bowels of the earth' in a tour of the nearby Salzbergwerk salt mines, Samuels said the death camps were 'a place in which millions, indeed, descended <into the bowels of the earth>, never to return.' Samuels took the hotel chain to task for publicizing the hotel as 'the ideal spot for a bit of relaxation' while ignoring the site's wartime role. 'This dishonors the memory of all the victims of Nazism, offends the survivors and teaches tomorrow's murderers that scenic beauty can camouflage and efface their atrocities,' he wrote. But today anti-Semitism is all the rage. Everything has been forgotten. Nothing remembered. Those who forget history are invited to repeat it. To slap your thighs to it. To dance to it. You can even yodel to it. Nothing has really changed in over half a century. Relive it. Indulge in it. Treat yourself to the Hitler Hotel. The summit of insensitivity.
The peak of anti-Semitism.
(Gary Fitleberg im Israel Insider, 13. 2. 2005)
 
 "Allerdings deutet sich beim Gang durch Berchtesgaden an, daß die unberechenbaren Touristen nicht das eigentliche Problem der deutschen Erinnerungskultur sind. Auf Schritt und Tritt begegnet man Leuten, die einem partout ihre revisionistischen Ansichten mitteilen wollen: 'Unser Führer hatte doch mit dem Holocaust nichts zu tun!' und 'Wir Deutschen wurden von dem Österreicher Hitler nur in Mißkredit gebracht!' Bis das aufhört, müssen wohl noch viele Wellness-Hotels gebaut werden."
(Die Zeit 3. 3. 2005)
 

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